Werther

von Johann Wolfgang von Goethe und
der Musik von Gaetano Pugnani

90 Konzertminuten, in denen sich die Empfindsamkeit der Musik mit jener der Literatur trifft und den Zuhörer mitreißt, hinein in einen Kosmos der Verzweiflung, der Liebe und der Hingabe. WERTHER – ein nach wie vor packender, zeitloser Mythos, der auch heute noch berührt.

„Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, daß ihr mir’s danken werdet.“ So begann Goethe 1774 seine revolutionäre Dichtung DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHERS, die sogleich in ganz Europa Furore machte. Gaetano Pugnani, hochbegabter Zeitgenosse Mozarts, machte um 1790 Bekanntschaft mit der italienischen WERTHER-Übersetzung. Er erkannte darin eine Möglichkeit, die erstarrte Form der Oper zu überwinden und komprimierte den Briefroman zu einem Melodram, einem Dialog zwischen Musik und Literatur.

Das legendäre Werk, das am Übergang zur Wiener Klassik steht, verbindet gleichsam die Dramatik der Oper mit der Pastorale Beethovens und wurde 1796 erfolgreich auch am Wiener Burgtheater aufgeführt. Danach war die sinfonische Dichtung lange Zeit verschollen. Die Partitur wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts in der Bibliothek der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien wiederentdeckt. Aus den Orchesternoten war die ursprüngliche Verknüpfung von Musik und Sprache nicht ablesbar, erst 1985 veröffentlichte Alberto Basso eine Rekonstruktion der Musik-und-Text-Fassung in italienischer Sprache, die 1998 als CD veröffentlicht wurde. Peter Back-Vega, Dramaturg in Wien, hat nun – basierend auf den im musikalischen Urtext vorhandenen handschriftlichen Vermerken – die Fassung mit den originalen Texten Goethes erstellt.

Das spannungsgeladene, melodramatische Zwiegespräch zwischen Orchester und Sprecher wurde mit der Camerata Salzburg und Ulrich Reinthaller, langjähriges Mitglied am Wiener Burgtheater und zuletzt für seine Rilke-Interpretationen vielfach gefeiert, im Sommer 2012 erstaufgeführt.

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